Wer glaubt, Ebony Bones sei ein Star, liegt falsch. Die 26-jährige Britin mit Vorliebe für äußerst bunte, extravagante Outfits ist eher so etwas wie eine Supernova: Eigentlich kennt der Engländer sie aus der TV-Serie Family Affairs, davor hat sie erfolgreich am Shakespeare Globe Theatre gespielt und jetzt ist sie eben Musikerin. Die Süd-Londonerin ist das perfekte Beispiel für die Self-Made-Woman: Die Musikinstrumente, die sie für ihr Album brauchte, lernte sie sich selbst. So nahm sie ohne viel Tamtam ihre erste Single einfach im Schlafzimmer auf. Die BBC fand sie prompt ziemlich großartig und so wurde die Künstlerin, die man wohl irgendwo zwischen Reggae, Elektro, Punk und Soul einordnen könnte, zum schillernden Geheimtipp. Man darf also höchst gespannt sein auf die wohl ziemlich schrille Performance der charismatischen Sängerin, die sich gerne und oft in skurillen Bildern selbst beschreibt. Kürzlich formulierte sie das so: “I am Cleopatra reincarnated, in search of KFC.”
„Ich wollte, dass die Live-Shows die Musik darstellen, als wäre sie willkürlich, leicht, chaotisch und durchgeknallt. Mein Gitarrist kommt aus Japan, mein Schlagzeuger aus Mexiko, wir kommen von überall her, wie eine Band aus Zigeuner. Es ist wie ein Fasching auf der Bühne.“
(Bandinfotext)
„Eine charismatische Sängerin, der man pure Energie unterstellen kann. Bunte Kleider, die dem bürgerlichen Begriff der »Verkleidung« allerdings wesentlich näher kommen dürften. Ein Backingchor, der nicht weniger bunt gekleidet für Druck sorgt. Ein Drummer - Rat Scabies - der zuvor in einer heute legendären Punkband - The Damned - gespielt hat. Und eine Selbstdarstellung, die mindestens zwei Myspace-Profile erfordert: Eines für ihre aktuellen Stücke, ein anderes für Remixe ihrer selbst.“
(Bandinfotext)
„Musikalisch steht Ebony Bones dem Punk wesentlich näher als Reggae und Soul: So zitiert sie mit »I'm Ur Future X-Wife« das Stück »Mind Your Own Business« von Delta 5 (im Original von 1975 zu finden auf der »Girl Monster«-Compilation), vereint Funk-Referenzen mit Wut und Witz der britischen Punkband The Slits.
»Like Harry Potter with a vagina«, sagt Ebony Bones über sich selbst. Wer mehr zum Verständnis der Künstlerin als das braucht, dem sei der Live-Mitschnitt bei Liveroom.tv empfohlen. Denn die drei angekündigten Deutschland-Konzerte sind ab jetzt sowieso Pflicht.“
(Spex)